Dienstag, 29 September 2020

Enthüllung der Johann-Georg-Hörner Stele

Presseberichte zur Enthüllung:

 


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Seckenheim

Historiker und Verwandte gedenken des ehemaligen Bürgermeisters Johann Georg Hörner / Neue Stele eingeweiht

Erinnerungen an ein großes Vorbild

Autor: hat

 

Ralf Busch (am Mikrofon), Vorsitzender des Historischen Vereins, und Hörner-Nachkomme Dietmar Schmeiser (hinter dem Lautsprecher).
© Trinkaus

 

„Wir sind zusammengekommen, um einen Mann zu ehren, der vor genau 200 Jahren seine politische Laufbahn begann“, so Dietmar Schmeiser, Nachfahr von Johann Georg Hörner. Dieser war als Seckenheimer Bürgermeister nicht nur Inhalt eines Liedes von Hoffmann von Fallersleben. Er war auch, so Stadträtin Marianne Seitz als Vertreterin des Mannheimer Oberbürgermeisters, „ein Demokrat lauterster Gesinnung und größter Uneigennützigkeit“. Hörner, Abgeordneter im Badischen Parlament und Verfechter einer rechtsstaatlichen Ordnung, war ab 1832 Seckenheimer Bürgermeister, erstmals demokratisch gewählt. Abgesetzt wurde er nach der fehlgeschlagenen Revolution 1849 vom zurückgekehrten Großherzog.

Nach dem 1999 aufgeführten Seckenheimer Revolutionsspiel und einem Aufsatz in den Mannheimer Geschichtsblättern war es vor zwei Jahren der Historische Verein Seckenheim, der sich dem Wirken Hörners abermals zuwandte. Dabei wurde festgestellt, dass es einst ein Grabmal für den 1873 mit 88 Jahren verstorbenen Landes- und Kommunalpolitiker gab, das auf Beschluss des damaligen Gemeinderats „auf Dauer zu erhalten ist“.

Ein Foto aus den frühen 1930er Jahren dokumentiert das Denkmal, das 1960 einfach weggeräumt wurde. Und was tat der Historische Verein? Er nahm Kontakt zu den Nachfahren Schmeiser, Imser und Herdt auf, organisierte einen Vortrag mit Autor Benedikt Noe und stellte Fakten aus den Nachforschungen von Hansjörg Probst aus dem Marchivum (Stadtarchiv Mannheim) und dem Karlsruher Landesarchiv zusammen.

Der Vorsitzende des Historischen Vereins, Ralf Busch, begrüßte nun auf dem Friedhof zahlreiche Bürger und Interessenten, darunter auch die Stadträte Nina Wellenreuther, Christopher Probst und Altstadtrat Richard Karl. Aber auch Bezirksbeiräte sowie, als Vertreter der Kirchen, Claudia Krüger und Winfried Trinkaus, zudem das Vorstandsduo der Vereinsgemeinschaft, Jürgen Zink und Willi Pint, sowie Nachkommen Hörners.

Jens Bortloff referierte über ein Lied des Verfassers der deutschen Nationalhymne, Hoffmann von Fallersleben. Der war vom Engagement Hörners so beeindruckt, dass er das Lied „Der Bürgermeister von Seckenheim“ schrieb, in dem Hörner Drohungen und Wahlbeeinflussungen energisch entgegentritt und couragiert demokratische Rechte einfordert. Ein Dutzend Sänger des Singkreis Seckenheim und ein Quintett des Jugendsinfonieorchesters Mannheim trugen das Werk vor.

Dass sich Hörner der Badischen Revolution anschloss und danach sein Amt verlor, macht seine politische Vorbildfunktion, gerade in der heutigen Zeit, noch bedeutender, wurde von Schmeiser und den Rednern mehrfach betont. Deshalb hatten die Nachfahren auch die Kosten einer dem Original sehr nahekommenden Stele sowie der Gedenktafel übernommen und mit Unterstützung des Mannheimer Friedhofsbetriebs aufgestellt. hat

© Mannheimer Morgen, Montag, 18.11.2019

 

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Die Aufnahme aus den 1930er-Jahren zeigt die alte Stele.
© Trinkaus

 

 


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 Unbeirrt auf Recht und Gesetz gepocht
Stele zur Erinnerung an Johann Georg Hörner eingeweiht

SECKENHEIM. Obwohl nach einem Gemeinderatsbeschluss „auf ewig zu erhalten“, wurde Anfang der 1960er das Grabmal von Johann Georg Hörner von der Stadt abgebaut. Jetzt steht nur wenige Schritte von seiner ehemaligen letzten Ruhestätte entfernt eine dem Original sehr ähnliche Stele. Auf den Weg gebracht haben das Denkmal der Förderverein historisches Seckenheim und die Familien Schmeiser, Imser und Herdt als Nachkommen Hörners, dem 1832 ersten demokratisch gewählten Bürgermeister Seckenheims.
„Auf den Schultern solcher Männer ist das Haus der Demokratie gebaut worden“, betonte Vereinsvorsitzender Ralf Busch in seiner Begrüßungsrede. Vorstandsmitglied Dr. Jens Bortloff konkretisierte diese Aussage, indem er das Wirken und die Verdienste Hörners in den historischen Zusammenhang einordnete. „Er setzte sich für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein und forderte von der Obrigkeit die Einhaltung geltenden Rechts“, so Bortloff. Hörner wehrte sich gegen Wahlbeeinfl ussung und ließ 1842 die Wahl zur Zweiten Kammer des Parlaments, die sich aus gewählten Vertretern des Bürgertums zusammensetzte, auf ihre Rechtmäßigkeit prüfen. „Was uns Georg Hörner zur ehrenhaften Erinnerung wert macht, ist seine demokratische Gesinnung einerseits und sein striktes Beharren auf die damals fortschrittlichsten Gesetze des Großherzogtums Baden unter Verzicht auf Gewalt“, fasste Bortloff zusammen. Der Großherzog jagte Hörner deshalb nach der gescheiterten Badischen Revolution 1849 und 17 Jahren als Bürgermeister aus dem Amt und forderte hohe Geldsummen von ihm.
Auf das Thema gestoßen war der Förderverein durch einen Artikel in den Mannheimer Geschichtsblättern. „Wir alle waren beeindruckt und konnten in Zusammenarbeit mit dem Autor des Artikels, Benedikt Noe, und Co-Autor Dr. Dietmar Schmeiser eine Vortragsveranstaltung anbieten“, berichtete Busch. Dabei habe der Verein den Wunsch der Nachfahren nach einem Gedenkstein aufgenommen, und sich für dessen Realisierung eingesetzt. Dass die Aufstellung der Hörner-Stele auf so großes öffentliches Interesse stößt, freute Busch, der neben Vertretern der Kirchen und aus der Vereinswelt auch Bezirksbeiräte sowie die Stadträte Nina Wellenreuther (Grüne) und Christopher Probst (ML) begrüßen konnte. Stadträtin Marianne Seitz (CDU) sprach in ihrem offiziellen Grußwort von einem historischen Tag für Seckenheim und nannte Hörner einen „überzeugten Radikal-Demokraten“.
Wie sehr dessen couragiertes Verhalten auch zur damaligen Zeit beeindruckte, offenbart sich darin, dass Hoffmann von Fallersleben das Lied „Der Bürgermeister von Seckenheim“ schrieb. Darin beschreibt der Verfasser der deutschen Nationalhymne Hörners unbeirrtes Eintreten für die Einhaltung demokratischer Rechte, worin sich der Seckenheimer Bürgermeister auch durch Einschüchterungsversuche der Obrigkeit nicht beeinfl ussen ließ. Mit Unterstützung des Singkreis Seckenheim und von Musikern des Jugendsinfonieorchesters Mannheim wurde besagtes Lied gemeinsam angestimmt.
„Die Revolutionäre sind in Seckenheim lange in Vergessenheit geraten“, merkte Dr. Dietmar Schmeiser an. Umso mehr sei es den Nachkommen ein Anliegen gewesen, die Stele, die dem Original sehr nahe komme, zu errichten.
pbw

 

 


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Stele erinnert an Seckenheims ersten Bürgermeister
Festliche Einweihung auf dem Friedhof

Seckenheim. In einer feierlichen Zeremonie zu Ehren desBürgermeisters Johann Georg Hörner wurde am 16. November, die mit einer Gedenktafel ergänzte Stele auf dem Seckenheimer Friedhof eingeweiht. Der Vorsitzender des Fördervereins Ralf Busch begrüßte die vielen Gäste. Als Vertreterin der Stadt sprach die Seckenheimer Stadträtin Marianne Seitz ein Grußwort. Dr. Jens Bortloff gab eine historische Einordnung Johann Georg Hörners und dem Lied vom Bürgermeister.
Dr. Dietmar Schmeiser konnte in seiner Ansprache auch ganz persönliche Anmerkungen beitragen. Jetzt steht dieStele in unmittelbarer Nähe des damaligen Standorts und erinnert an den ersten Bürgermeister Seckenheims. „Mögen zukünftige Generationen diese Stele dauerhaft erhalten – zum Gedenken an die Persönlichkeit Johann Georg Hörners und zur Erinnerung, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht selbstverständlich sind, sondern erstritten wurden und sowohl heute als auch zukünftig verteidigt werden müssen, von welcher politischen Bedrohung auch immer,“ sagte Dr. Jens Bortloff in seiner Ansprache. Hörner hat mit seinem Engagement viele Menschen beeindruckt, darunter auch Hoffmann von Fallersleben, des Verfassers der deutschen Nationalhymne. Wenn man an die „Zwölf Zeitlieder“ Hoffmann von Fallerslebens denkt, fällt einem natürlich das „Lied der Deutschen“, welches bekanntlich der Text der deutschen Nationalhymne ist, ein.
In dem Liederzyklus, der den politischen Zustand der Zeit um 1840 beschrieb und karikierte, ist auch das Lied „Der Bürgermeister von Seckenheim“ zu finden. Thematisiert wird die Person des Seckenheimer Bürgermeisters Johann Georg Hörner und sein Eintreten für Seckenheim, sein soziales Engagement und seine liberale Gesinnung. Das damalige Unabhängigkeitsstreben vom Herrscherhaus und vom Adel drückt sich in folgenden Zeilen des Liedes aus. „Herr Amtmann. Herr Amtmann, ei was er auch spricht, von Nutzen und Schaden, das kümmert uns nicht, wir wählen nach unserem Bauernverstand zum Besten für uns und das Vaterland.“ Die politische Überzeugung führte nach der fehlgeschlagenen Revolution 1849 und der Wiedereinsetzung des Großherzogs zur Absetzung Hörners als Bürgermeister. 1873 starb der erste Bürgermeister Seckenheims und wurde auf dem Seckenheimer Friedhof beige-setzt.
Als Grabmal fand eine klassizistisch gestaltete gebrochene Säule Verwendung. Trotz Zusage des Mannheimer Gemeinderats auf ewige Erhaltung, verschwand das Grabmal in den 60er Jahren. „Vor zwei Jahren begann das Thema Johann Georg Hörner für den Förderverein Historisches Seckenheim an Bedeutung zu gewinnen, als in den Mannheimer Geschichtsbüchern ein Artikel über unseren ersten 1832 im heutigen Sinn politisch gewählten Bürgermeister erschien,“ sagte Ralf Busch. Parallel dazu äußerten die Familien Schmeiser und Imser den Wunsch, eine Stele aufzustellen. Und als die Frau von Dr. Dietmar Schmeiser, einem direkten Nachfahren Hörners, beim Mannheimer Bildhauer Schaaf zufällig eine alte Säule, die weitestgehend der auf Hörners Grab glich fand, reifte die Idee: Wo einst die verschwundene Säule in Erinnerung an Johann Georg Hörner stand, wieder eine Stele aufzustellen.
gk

 


 

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