Als am 11. Oktober 1937 "die Kaserne" - so der örtliche Sprachgebrauch - eingeweiht wurden, war der Krieg seitens der deutschen Führung bereits beschlossene Sache. Ein Ausrufezeichen ist bereits die Namensgebung: Loretto, Ort einer der blutigsten Schlachten des Ersten Weltkrieges, heute Sinnbild für die Sinnlosigkeit dieses Massensterbens, 1936 Zeichen bewusster Pflege der Erzfeindschaft zu Frankreich.
Die weitere Entwicklung ist bekannt. Weniger bekannt ist die Nutzung des Geländes 1945 als Internierungslager bekannter Nazigrößen wie Albert Göring, ein Bruder des Reichsmarschalls Hermann. Die Umbenennung in Hammonds Barracks erfolgte 1948 nach dem US Soldaten Robert M. Hammonds. Der gerade mal 19 Jahre junge Gefreite fällt noch in den letzten Tagen des Krieges. Am 11. April 1945 wird er bei der Reparatur einer Feldfernsprechleitung von einem deutschen Scharfschützen erschossen. Hammonds meldet sich zu diesem Einsatz freiwillig, weil er als einziger seiner Einheit unverheiratet und ohne Kinder ist.
Für das heutige Wohngebiet folgt die geplante Namensgebung der demokratischen Tradition der Deutschen. Der zentrale Platz wird den Namen des Seckenheimer Bürgermeisters Johan G. Hörner erhalten, der bekannteste Demokrat, Revolutionär und Sozialreformer im damals selbständigen Seckenheim. Hörner wurde, nach dem Scheitern der badischen Revolution 1848/49, seines Amtes enthoben.
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Stand Mai 2025:
(Fotos: Kay Sommer)
