Sonntag, 17 Dezember 2017

Enthüllung Tafeln der Pfarrhäuser

 


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Seckenheim Historischer Verein enthüllt zwei weitere Tafeln
Pfarrhäuser im Blick

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Pfarrer Markus Miles (v.l.), Ralph Busch und Pfarrer Helmut Krüger enthüllen die Tafel am einst wechselnd von den Konfessionen genutzten Pfarrhaus.

Am alten evangelischen Pfarrhaus und am katholischen Pfarrhaus sind jetzt vom Historischen Verein Tafeln enthüllt worden. Sie erinnern an die Geschichte der beiden Häuser primär zur Zeit der simultanen Nutzung der St. Aegidiuskirche (wir berichteten).
Der Vorsitzende des Historienvereins, Ralph Busch, konnte zur Doppelenthüllung nicht nur die Pfarrer Helmut Krüger und Markus Miles sowie Diakon Winfried Trinkaus begrüßen. Etliche Lokalprominenz und weitere Interessenten aus beiden Kirchengemeinden nahmen an der Enthüllung teil und demonstrierten auch damit, dass über die einstige gemeinsame Nutzung eines Gotteshauses hinaus nun die Ökumene verstärkt die Gemeinsamkeiten im Glauben betont.
Busch erklärte, dass die von Wilhelm Stamm entworfenen Texte Ergänzungen zu den Tafeln vor der St. Aegidiuskirche und dem geplanten Schild an der Erlöserkirche darstellen, also Teil des angedachten historischen Rundweges sind. Busch dankte der heutigen Eigentümerin des alten protestantischen Pfarrhauses für die Möglichkeit, das Schild dort anbringen zu dürfen, und der Heinrich-Vetter-Stiftung für die Förderung. Pfarrer Krüger ging in seinem Grußwort auf die heute in Seckenheim praktizierte Ökumene ein. "Sie ist beständiger Teil in beiden Kirchengemeinden und aus dem seelsorgerischen Alltag nicht mehr wegzudenken", erklärte er.

Dann wechselte die Gruppe die Hauptstraßenseite. Am katholischen Pfarrhaus wurde die nächste Tafel enthüllt. Dabei bedankte sich der Vereinsvorsitzende bei der Pfarrei St. Aegidius und Pfarrer Miles sowohl für die Unterstützung bei der Tafel als auch beim anschließenden Umtrunk. Miles bekräftigte dabei die Aussagen seines evangelischen Amtsbruders zum gemeinsamen christlichen Handeln und sah für Seckenheim eine gut funktionierende Ökumene, die weiter zusammenwachsen lasse.
Nach einer Besichtigung des schönen Pfarrgartens, den einige Seckenheimer zum ersten Mal sehen konnten, sprach der frühere Vorsitzende des katholischen Pfarrgemeinderates, Meinrad Blümmel, der sich schon Jahrzehnte im ökumenischen Arbeitskreis engagiert, über die Entwicklung der kirchlichen Zusammenarbeit vor Ort. hat
© Mannheimer Morgen, Samstag, 09.09.2017

 


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Gretel Petith mit dem Fördervereinsvorsitzenden und den beiden Pfarrern vor ihrem Haus, in dem früher der evangelische Pfarrer wohnte.
Foto: Warlich-Zink

 

SECKENHEIM
„Ihr im Westen zählt die Dinge, wir im Osten erzählen sie eher“, zitierte Pfarrer Markus Miles einen Freund aus dem Orient. Die beiden neuen Ortstafeln, die der Förderverein Historisches Seckenheim jetzt sowohl am katholischen Pfarrhaus als auch am ehemaligen evangelischen Pfarrhaus angebracht habe, könnten beides: Sie erzählen die Geschichte der beiden Pfarrhäuser anhand von Jahreszahlen und greifen zugleich Themen der Simultannutzung und Ökumene auf. „Die gemeinsame Nutzung der katholischen Pfarrkirche und eine Zeit lang eines einzigen Pfarrhauses durch die beiden Konfessionen war damals sicherlich weniger dem ökumenischen Gedanken, sondern vor allem wirtschaftlichen Erwägungen geschuldet“, ergänzte sein evangelischer Amtskollege Helmut Krüger und sinnierte angesichts des schönen, 1750 gebauten Barockhauses in der Seckenheimer Straße 97 zugleich darüber, ob seine Vorgänger im Amt denn damals besser gewohnt hätten als er heutzutage. „Man kann es so und so sehen. Heute bin ich dafür näher an der Kirche“, so Krüger. Der katholische Pfarrer war hingegen schon immer im Bereich der 823 erstmals erwähnten Pfarrkirche zuhause. Ein entsprechendes Wohngebäude ist für das 15. Jahrhundert anzunehmen. Ab 1556 wird es - wie die katholische Pfarrkirche auch – simultan genutzt. Das heutige Pfarrhaus wurde 1730 errichtet. Der barocke Bau gilt als eines der prägendsten Bauwerke Seckenheims. 1663 etablierte die kurpfälzische Administration dann in einem Bauernhof schräg gegenüber der Aegidiuskirche ein reformiertes Pfarrhaus. 1750 wird es durch besagten Barockbau – heute im Besitz der Familie Petith – ersetzt, der in seinem Äußeren bis in die Gegenwart unverändert geblieben ist. 1955 bezog die evangelische Kirchengemeinde das Pfarrhaus hinter der bereits 1869 erbauten Erlöserkirche und konzentrierte damit die seelsorgerischen Aktivitäten an einem Ort.
Für den Förderverein bedankte sich dessen Vorsitzender Ralf Busch bei den Sponsoren der beiden Ortstafeln: der HeinrichVettertiftung (altes evangelisches Pfarrhaus) und der Pfarrei St. Aegidius als Teil der Seelsorgeeinheit St. Martin. Der Ortsrundgang sei damit weitergewachsen. Beim anschließenden Umtrunk im katholischen Pfarrhof zeichnete Meinrad Blümmel die Entwicklung der Ökumene in Seckenheim im Lauf der letzten Jahrzehnte nach.
Die SRN werden in der Oktoberausgabe zu diesem Thema ausführlich berichten.
pbw

 


 

Impressionen der Enthüllung: Bilder Förderverein historisches Seckenheim e.V.

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