Dienstag, 27 Juni 2017

Ortschronik

 

Aus der Chronik des Heimatmuseums :

"Seckenheim , 766 im Lorscher Codex zum ersten Mal urkundlich erwähnt, ist, wie archäologische Funde beweisen, eine fränkische Gründung aus der Merowingerzeit des 6. Jahrhunderts. Bereits 823 wird seine Kirche als „Über dem Neckar“ befindlich erwähnt, was eine gewisse Größe des Dorfes voraussetzt.

Das Kloster Lorsch, das rund ein Viertel der Gemarkung besaß, hatte die Orts- und Kirchenherrschaft bis ins 13. Jahrhundert inne. 1247 geriet der Lorscher Besitz und damit ganz Seckenheim in die Hände der Pfalzgrafen. Seckenheim blieb bis zur Aufteilung der Kurpfalz 1803 pfälzisch. Dann fiel es zusammen mit der rechtsrheinischen Kurpfalz an Baden. 1930 wurde Seckenheim nach Mannheim eingemeindet. Die große Gemarkung zwischen Neckar und Rhein, bis 1913 gehörte Rheinau zu Seckenheim, gestattete den Anbau von Feldfrüchten aller Art und eine große Viehzucht, u.a. auf dem Seckenheimer Ried, das ursprünglich bis über den Rhein reichte. Seit dem Ende des 30jährigen Krieges wird in Seckenheim Tabak angebaut, und es wurde mit diesem Handelsgewächs immer ein großer Gewinn erzielt. Das erklärt den Reichtum des Dorfes, der sich in seinen stattlichen Höfen zeigte."

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert  verliert Seckenheim langsam seinen bäuerlichen Charakter. Das Dorf wird zunehmend von Menschen bewohnt, die Brot und Arbeit in der prosperierenden Industrie Mannheims suchen. Seckenheim entwickelt sich in der Folge zu einem beliebten Wohnort behält aber seine eigene Charakteristik.


Historische Zeitpunkte

 

Vorbemerkung:

Beim Zusammentragen von Jahreszahlen und Ereignissen stieß ich immer wieder auf  kleinere Differenzen der historischen Daten. In der Regel wurden die plausibleren meist zuletzt publizierten Daten übernommen. Der Hauptanteil der Chronik ist HJ. Probst und A. Heierling zu verdanken. Wolfgang Vogler ist ebenfalls zu danken, der mir einige unveröffentliche Daten zur Verfügung stellte. Sollten sich trotz aller Sorgfalt Fehler eingeschlichen haben, sind diese ausschließlich von mir zu verantworten.

wis. November 2016

 

2016 16.406 Einwohner
2016 Umgestaltung der Seckenheimer Hauptstrasse und Planken
2012 Gründung des Förderverein historisches Seckenheim e.V.
2012 Firma Lochbühler eröffnet das erste Aufzugsmuseum Europas im Wasserturm
2012 Das Kasernengelände der Hammond Barracks wird Konversionsfläche
2010 Ende des Seckenheimer Tabakanbaus
2008 "Archäologie in Seckenheim", die rem zeigen im Heimatmuseum Ausgrabungsfunde der Seckenheimer Gemarkung
2007 Generalsanierung des alten Rathauses
2005 12.177 Einwohner
2002 Seckenheimer Erklärung gegen Extremismus
1996 Seckenheim "Südschule" eröffnet
1993 Gründung des Vereins Heimatmuseum Seckennheim e.V.
1993 Neubaugebiert Seckenheim Süd
1993 Erneutes Jahrhundert-Hochwasser mit Markierung beim "Fischerstübl"
1992 Neubaugebiet Seckenheim Südwest
bis 1991 ICE Trasse Mannheim- Stuttgart
1987  Neckarschleife am Altwasser wird unter Landschafts- und Naturschutz gestellt
1982 "Zabbe Brunne" wird auf den Planken aufgestellt
1981 Erste Verleihung des „Alfred-Blümmel-Ordens“
1980 12.608 Einwohner. Nur noch 0,9 % der Seckenheimer Bevölkerung sind Bauern
1975 Eröffnung des Seckenheimer Hallenbades
1973 Beschluß zum Bau der Umgehungsstrasse
1972/73 Liquidation der Brauerei Pfisterer
  Weitere Informationen bei unserer historischen Tafel am "Badischen Hof"...
1971 Auffälliges Fischsterben im Neckar
um 1970 Neckarverschmutzung erreicht gesundheitsgefährdende Ausmaße
1979 Neubaugebiet Seckenheim West
1977 Bücherei im alten Rathaus eröffnet
1967 Die Stadt Mannheim überläßt dem Landwirtschaftlichen Ortsverein die "Waaghalle"
  Weitere Informationen bei unserer historischen Tafel an der "Waaghalle"...
1967 13.839 Einwohner
1962-66 Neue Wohngebiete (Hochstätt, Lämmertränk und um die Kasernen)
1960 Bau der neuen Waldrennbahn wird genehmigt
1956 Seckenheim wird an die Ringleitung der Mannheimer Wasserwerke angeschlossen
1955/56 Der Neckar ist zugefroren. Die Seckenheimer treffen sich auf der Eisfläche
1955-57 Neue Wohngebiete (Badener Strasse, Glockäcker und um die Kasernen)
1955 Bau des neuen evangelischen Pfarrhauses bei der Erlöserkirche
1955 Historische Zehntscheuer wird abgerissen
um 1955 Der "Katzenneckar" wird mit Bauschutt verfüllt
1951 Einweihung der wiederaufgebauten St.Aegidiuskirche
1951 Fertigstellung der im Krieg zerstörten Neckarbrücke
1952 Gründung der Interessengemeinschaft Seckenheimer Vereine
1950 Beginn des Buslinienverkehrs auf den Planken
1950 9.854 Einwohner
1945 März Zerstörung der katholischen Kirche und Sprengung der Neckarbrücke
1944 Schweres Bombardement auf den Rangierbahnhof
um 1941 Zwangsarbeiter werden in Seckenheim untergebracht
1939-45 Zweiter Weltkrieg - 325 (362) Gefallene aus Seckenheim
1939 Auflösung der katholischen Jugendverbände
1939 7.793 Einwohner
1937/38 Bau der Seckenheimer Loretto-Kaserne
1934 Autobahnbau Mannheim-Heidelberg. Archäologische Funde um Suebenheim
1933 Verbot der Freien Turner, SPD, KPD, Naturfreunde, Arbeitergesangsverein.
ab 1931 Entstehung der Siedlung Suebenheim
1930 Anschluß an das Abwassernetz und Kläranlage der Stadt Mannheim
1930 Gründung der NSDAP Ortsgruppe
1930 Nur noch zwei kleine Zigarrenfabriken in Seckenheim
1930 Der Fährbetrieb nach Ilvesheim wird endgültig eingestellt
1930 Theodor Flachs ist der letzte Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Seckenheim
1930

Eingemeindung nach Einigung auf die Bedingungen des Eingemeindungsvertrages am 12. September 1930. Die Selbständigkeit Seckenheims endet nach 1200 Jahren eigenständiger Geschichte am 30. September 1930. Am 1. Oktober 1930 wird Seckenheim ein Vorort der Großstadt Mannheim. Die Aufgaben des Rathauses übernimmt das Gemeindesekretariat. Bei der Umbennenung der Seckenheimer Strassennamen durch die Stadt Mannheim behalten nur die Kloppenheimer-, Stengel-, Kapellen-, Hauptstrasse und Heumarkt ihre ursprünglichen Namen.

Die Seckenheimer Gemarkung umfasst 1.697 ha

1929 Große Wohnungsnot und Obdachlosensiedlung am Kapellenplatz
1929 Aufschüttung der Planken auf das heutige Niveau
1928 Bau des Schloss-Saales
1928 Erste Bebauung in der Badener Strasse
1927/28 Seckenheim verliert durch den Bau des Neckarkanals seine über 1000-jährige Anbindung an die Schiffahrt
1927/28 Fast vollständige Bebauung der Achener Strasse
1927/28 Elektrifizierung der OEG und doppelte Schienenführung
1926/27 Bau der Neckarbrücke zwischen Ilvesheim und Seckenheim
1925 Hauptstrasse wird gepflastert
1921 Beginn der Bebauung Bühler Strasse
1920 Gründung der Baugenossenschaft Seckenheim e.G.
1918 Sterbekasse Einigkeit wird als Selbsthilfeeinrichtung gegründet
1916/17 "Steckrübenwinter" die Bevölkerung leidet Hunger
1914-1918 Erster Weltkrieg - 173 Soldaten aus Seckenheim verlieren ihr Leben
bis 1914 Bebauung der Villinger Strasse
1914 6.142 Einwohner
1913 Ansiedlung der "Fulmina"
1913 Abtrennung des Ortsteils Rheinau zugunsten Mannheims von 1.029 ha; Zugewinn durch das Bösfeld von 239 ha.Die zwangsweise Eingemeindung der Rheinau erfolgt gegen den heftigen Protest der Muttergemeinde
1912 10.321 Einwohner
1911 Bau des Wasserturms
1910-1915 Bau der Abwasserkanäle
1910 Seckenheim hat mit der Rheinau 9704 Einwohner
1907 Gründung des KAB
1907 Gründung des Liberalen Vereins
1906 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
1906 Weihbischof Justus konsekriert St. Aegidius
1905/06 Neubau Volksschule Seckenheim
1905 Evangelische "Kinderschule" in der Zähringer Strasse
1904 Erster Frauenverein gegründet
1904/06

Neubau der katholischen St. Aegidiuskirche

Weitere Informationen bei unserer historischen Tafel an der "St.Aegidius" Kirche...

1903 "Lackpeter" baut Lackfabrik am Neckarufer
1903 Baubeginn des Rangierbahnhofs
1901 Anschluß an das Stromnetz

um das 19. Jh.herum

Seckenheim verdient sich seinen Namen als "Puhlzabbe"
1897 SPD Ortsverein gegründet. Mehrzahl seiner Mitglieder stammt aus dem "armen evangelischen Volksteil"
1896-1913 Bau der Rheinauer Hafenbecken durch die Gemeinde Seckenheim
1891 Eröffnung Dampfbahn Mannheim-Heidelberg, später:  OEG
1891 Brauerei Pfisterer in Seckenheim ansässig
nach 1890 Baubeginn in der Offenburger Strasse
1890 Massive Auswanderung nach Posen
1887 Erstes gemeinsames Schulhaus an der Hauptstrasse
1882 Großes Hochwasser mit historischer Markierung an der Schließ
1881 Gründung Ländlicher Creditverein, heute Volksbank Rhein-Neckar 
Weitere Informationen bei unserer historischen Tafel an der "VR-Bank" ... 
bis 1880 Bebauung der Aussenseite der Kloppenheimer Strasse
ab 1878 Kettenschlepper ersetzen den Treidelbetrieb auf dem Neckar
1878 Gründung des Gewerbevereins
1876 Staatsbahnhof „Station“ und Entstehung der Siedlung  auf der Hochstätt
1874 Rheinkorrektur am Ried
1873 Firma Lochbühler gegründet
1873 Gründung der Chemischen Fabrik Rheinau
1873 Gründung der Zementfabrik Espenschied, ab 1890 Steinzeug
1871 Bau der späteren Alten Apotheke in der Lauergasse
1870/71 Deutsch-Französischer Krieg
1867/69 Bau der evangelischen Erlöserkirche beendet das Simultanverhältniss
um 1865 Konsolidierung des politischen Katholizismus bis zum späteren "Zentrum"
1861 Seckenheimer Vereinsgeschichte: Wiedergründung des Männergesangvereins aus 1840
  Weitere Informationen bei unserer historischen Tafel "Zum Kaiserhof"...
nach 1860 Bebauung der Bonndorfer Strasse
1857 Etwa 2500 Einwohner
1852-1856 Massive Auswanderungswelle nach Amerika
nach 1849 Die Herausbildung moderner politischer Parteien beginnt
1848 /49 Badische Revolution
Weitere Informationen bei unserer historischen Tafel am "Goldenen Engel" ...
1845/46 Neuanlage des Seckenheimer Friedhofs auf dem „Bernauer Buckel“
1845 Lauerordung zur Regelung des Seckenheimer "Hafens" wird erlassen
1840 Erste badische Eisenbahn Mannheim -Heidelberg durch den Dossenwald
1835 Zigarrenindustrie ist am Beginn der Industrialisierung ein wichtiger Wirtschaftszweig
1834 Erste öffentliche Beleuchtug
1832 Johann Georg Hörner wird Bürgermeister
1819-1831 Ablösung der Feudallasten
1817 Großes Hochwasser- das "Jahr ohne Sommer"
1810 Fertigstellung des Lauer - Anlegestelle für die Neckarschiffer
1802/03 Ende der Kurpfalz und Übergang an das Großherzogtum Baden
1797-1802 Verlust des linksrheinischen Hinteren Rieds an Altrip ca.350 ha
im 18 Jh Die Gemeinde erhält das Privilig als Lande- und Übernachtungsplatz für Schiffer und Flößer
1787 Errichtung eines stattlichen Bauernhofs, indem später eine Zigarrenfabrik und danach die Brückenapotheke Platz finden
1786 1098 Einwohner
1784 Februar Größtes bekanntes Hochwasser des Neckars in der Neuzeit. Markierungen in der Freiburger Strasse und am Heumarkt.
1768 Bau des Seckenheimer Schlosses
Weitere Infornmationen bei der Tafel "Stadtpunkte: Seckenheimer Schloss"
1765-1825 Bau der heute noch bestehenden Neckarmauer
1750/60 Bau der Chaussee Mannheim-Heidelberg - die Hauptstrasse wird Durchgangsstrasse, erste Aufschüttung der Planken
1730 Neubau des katholischen Pfarrhauses
1721 Die Gaststätte "Zum Anker" wird gegründet
  Weitere Informationen bei unserer historischen Tafel am "Prinz Max"...
1718 Neuau des Seckenheimer Rathauses
1717 Jahrhunderhochwasser- die katholische Schule am Kirchenhügel wird weggerissen
1689-1697 Pfälzer Erbfolgekrieg - die Kirchhofmauern werden großteils abgetragen
1682 Gründung von Friedrichsfeld auf Seckenheimer Gemarkung - Verlust von ca. 100 ha
1675 Auflassung der Seckenheimer Weingärten auf der Hochstätt
1663 Reformiertes Pfarrhaus in der Hauptstrasse
1661 Erste Erwähnung von Tabakanbau
Weitere Informationen bei der Tafel "Stadtpunkte: Tabakanbau" und unserer historischen Tafel an der "Waaghalle"...
1651 St.Aegdius wird als "Simultankirche" von Katholiken und Protestanten gemeinsam benutzt
1650 Bergsträßer Rezeß zwischen Kurmainz und Kurpfalz. Seckenheim wird wieder kurpfälzisch
1648 etwa 50 Personen leben in Seckenheim
1623 Seckenheim wird als ehemaliger Teil von Lorsch an Kurmainz abgetreten
1620 etwa 620 Einwohner
1618-48 Dreißigjähriger Krieg - Seckenheim verliert ca. 92% seiner Einwohner
1595 Durchstich der großen Seckenheimer Rheinschleife. Das Hintere Ried wird linksrheinisch.
1573/4 Seckenheimer Schulhaus wird errichtet
Weitere Informationen bei unserer historischen Tafel "Seckenheimschule"...
1515 Kurfürst Ludwig V. läßt eine neue Neckarmauer errichten
1502 Großer Fischreichtum des Unteren Neckar. Erlaß der Kurpfälzischen Fischereiordnung
um 1500 Erwähnung der kurfürstlichen Zehntscheuer
1481 Mitteralterliche "Genossenschaft" der 48 Stämme (Allmend im Hinteren Ried) wird erstmals schriftlich erwähnt
1481 Erstwähnung eines Riedgerichts in den Seckenheimer Gruben (Planken)
1463 Ersterwähnung des Seckenheimer Rathauses
vor 1462 "Kirchenburg" mit Wehrmauern an der Stelle der heutigen St.Aegidiuskirche
1462 Schlacht bei Seckenheim
1439 etwa 450 Einwohner
1375 Ersterwähnung einer "Schiffslände"
1369 Erste schriftliche Erwähnung der ältesten Steuer - der Bede
1347-1350 Rückgang der Einwohnerzahl von etwa 285 auf 143 durch eine Pestepedemie
1338 Das Dorf Seckenheim wird Bestandteil der unteilbaren Pfälzer Kurlande
1329 Errichtung der Frühmesspfründe
1275 Durchbruch des Neckars nach Mannheim, das jetzt auf der linken Neckarseite liegt
1274 Erste Nennung eines Seckenheimer Gerichts
1247 Übergang an die Pfalzgrafschaft bei Rhein durch Teilungsvertrag mit Kurmainz in der "Binger Achtung"
1230 Erster namentlich bekannter Seckenheimer Schultheiß: Ortlieb
um 1000 Neckar mündet bei Neckarau in den Rhein
vor 900 Kloppenheim wird wüst, seine Gemarkung geht an Seckenheim
 823 Ersterwähnung der Kirche St. Nazarius als "Eigenkirche" durch Kaiser Ludwig den Frommen
782-822 Urkundliche Erwähnung der Wüstungen Kloppenheim, Mallau und Norderau
16.03.766

Ersterwähnung im Lorscher Codex als "Sic(c)kenheim"

  Weitere Informationen bei der Tafel "Stadtpunkte: Die Geschichte Seckenheims"
6 Jh n.Chr. Fränkisch-Merowingische Besiedlung am Hochufer des Neckars

 


 

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